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Das Einzigartige eines Hundes

Viele Verhaltensweisen sind bei Hund und Mensch sehr ähnlich, deshalb ist eine solche Verbindung eine große Bereicherung für beide. Aber, und dies darf man niemals vergessen, Hunde sind keine vierbeinigen Menschen.
Alle Verhaltensweisen sind ererbt und gehen auf den Wolf zurück. Sie sind nur teilweise durch die Domestikation verändert.
Wie ein Hund denkt, frisst, jagt, sein Revier markiert, sich pflegt Welpen wirft und aufzieht hat seine Wurzeln im Wolfsrudel und dies sollte man bei einer Hundebeziehung niemals vergessen, egal welche Körpergröße er hat.

Der Hund ein Rudeltier

Hunde und Menschen haben ähnliche Signale. Wie Hunde ducken wir uns einer übergeordneten Macht oder zeigen die "Zähne", wenn wir uns bedroht oder angegriffen fühlen.
Wir sind genauso wie Hunde gerne in Gesellschaft und schützen instinktiv unsere Familie und zu Hause. Auch in unserem Leben denken wir territorial und haben unsere Ruheplätze und Jagdreviere die wir gegen Eindringlinge auch aggressiv verteidigen. Daran sieht man, wie viel wir mit den Hunden an Gemeinsamkeiten haben.

Das Verhalten des Hundes ist unserem zwar sehr ähnlich, hat aber eine ganz andere Bedeutung.

Rudelmentalität

In jeder Gemeinschaft ist es wichtig, dass es klare Richtlinien gibt nach dem sich jeder orientieren kann. Darauf hofft Ihr Hund, denn dies ist in seiner Veranlagung genetisch enthalten.
Im Wolfsrudel gilt ein genauer und fester Verhaltenskodex, den der Anführer vorgibt und somit alle Rudelaktivitäten darüber steuert. Die Rudelmitglieder folgen dem Anführer, auch wenn manchmal dominante Mitglieder seine Autorität infrage stellen und immer mal wieder austesten ob sie nicht doch mal das Eine oder Andere durchsetzen können. Durch eine klare Körpersprache und Laute wird derjenige vom Rudelführer wieder zurecht gewiesen und an seine Stelle innerhalb des Rudels verwiesen. So werden manch kleinere Konflikte innerhalb des Rudels geklärt.

Die Rudelmitglieder sind auch für die Sicherheit innerhalb des Rudels mit verantwortlich, daraus entsteht oftmals, dass unsere Gefährten fürchterlich bellen, sobald sich jemand dem gemeinsamen Revier nähert, denn für den Hund ist seine Familie sein Rudel, dass es für ihn zu verteidigen gilt.

Im menschlichen Rudel

Meist erlebt der kleine Welpe die ersten zwei Monate das natürliche Rudelleben innerhalb seiner Hundefamilie, bevor er teils eines menschlichen Rudels wird.
In dieser Zeit lernt der kleine "Floh" wie er sich gegenüber seinen Geschwistern und seiner Mutter zu verhalten hat.
Die Hundemutter gibt die Regeln vor, weil sie über Nahrung, Wärme und Sicherheit sorgt.
Dieses erlernte und angeborene Rudelverhalten überträgt der kleine Kerl auf uns.
Hunde akzeptieren uns als Rudelmitglieder und Anführer sprich Leithund, weil wir wie ihre Mutter für Nahrung, Sicherheit und Wärme und Spielregeln in der gemischten Gruppe Hund-Mensch sorgen und bestimmen. Er ist gewöhnt eine über die Körperhaltung, Mimik, Gestik und Laute eine klare Anweisung zu bekommen was er zu tun hat und genau auf die hofft er auch bei seinem neuen Menschenrudel zu bekommen. Bekommt er das nicht und muss in einem wirren Menschenrudel leben, dann wird er ängstlich, unsicher und wird Verhaltensauffällig evtl. sogar aggressiv, denn er versucht aus den wirren und unklaren Anweisungen, mit seinen genetischen Veranlagungen das Beste zu machen. Da er nicht logisch denken kann wie wir, wird es ein Konflikt zwischen Mensch und Hund. Der Mensch fängt meist an gegen den Hund zu arbeiten statt mit dem Hund und das ist dann das Verhängnis und führt zu einem unzufriedenem Zusammenleben. Holen Sie sich frühzeitig professionelle Hilfe und Unterstützung einer Tierpsychologin, um den Konflikt zu lösen damit wieder Ruhe und Frieden einkehren kann.

Der Mensch als Rudelführer oder Leittier

Während der Weiterentwicklung des kleinen Welpen, entwickelt sich auch sein Rudelverhalten weiter. Dies geschieht durch viele Erfahrungen und mit dem Einsetzen der Sexualhormone.
Jeder erwachsene Hund sucht "instinktiv" seine Position in seinem menschlichen Haushalt sprich Rudel. Es ist ein angeborenes Verhalten des Hundes. Die Position des Hundes innerhalb des Rudels ist nicht immer statisch und vor allem junge Hunde versuchen zwischen der Geschlechts- und emotionaler Reife die Rangordnung im menschlichen Rudel neu auszufechten. Dies kann sich durch plötzliches Auftreten von ungehorsam gegenüber einem vermeintlich schwächeren Rudelmitglied äußern.

Deshalb ist immer eine konsequente Erziehung in allen Altersstufen wichtig. Es erfordert vom Rudelführer - Mensch, dass er immer einen Überblick behält was in seinem Rudel los ist, um rechtzeitig jeden wieder an seinen Platz innerhalb des Rudels, mit einer festen ruhigen und tiefen Stimme, zu verweisen. Anschreien bedeutet für den Hund immer, er wird angefeuert, es hat für ihn nicht die Bedeutung einer Autorität ihm gegenüber so wie leider immer wieder viele Hundehalter tun und annehmen.

Das menschliche Rudel

Wenn ein Hund ein Teil der Familie wird, dann erwartet er nicht wie ein Mensch behandelt zu werden, denn dieses Verhalten kennt er nicht, sondern dass Sie sich wie ein Hund benehmen. Jedes kleine Missverständnis, verwirrt den kleinen "Floh" und erschwert seine Erziehung.

Das Wichtigste an der neuen Umgebung des kleinen Welpen sind wir selbst. Wie schon erwähnt, Hunde sind gute Beobachter und er wendet diese ausgeprägte Beobachtungsgabe auch in seinem neuen Rudel an und zwar so als wäre er noch unter seinen Geschwistern. Die stimmliche Kommunikation ist sehr wichtig, den an Ihrer Stimmfrequenz erkennt Ihr Hund, was Sie meinen. Vor allem aber beobachtet er Ihre Körpersprache dazu.
Jede Bewegung und Mimik wird von Ihrem Gefährten interpretiert und trägt zur geistigen Entwicklung des Hundes bei. So macht er sich auf die von Ihnen ausgesendeten Signale seinen eigenen Reim. Hunde reagieren auf die feinsten Veränderungen im täglichen Leben.

Keine zu hohen Erwartungen

Hunde sind sehr klug, aber bedenken Sie auch, dass diese Klugheit nicht mit der menschlichen Intelligenz zu verwechseln ist.
Also, wenn Sie wieder Ihren Hund für etwas schimpfen, das bereits schon einige Minuten oder länger vorbei ist und er eine reumütige Reaktion zeigt, dürfen Sie dies nicht mit einem schlechten Gewissen verwechseln, sondern er spürt Ihren Ärger und verzieht sich, aber er versteht nicht warum Sie jetzt ärgerlich auf ihn sind. >>Das ist zuviel erwartet.<<
Wird der Hund mit menschlicher Logik behandelt, dann sind das für ihn nur verwirrende Signale und total unverständlich und wir sind dann von ihm enttäuscht, wenn er nicht folgt.
Aber im Grunde ist er nicht im Augenblick seines Fehlverhaltens zurechtgewiesen worden, sondern Zeitverzögert und somit versteht er nicht warum sie ihn beschimpfen, denn ein Hund lebt im "Jetzt".
Um solche Missverständnisse zu vermeiden, sollten Sie immer versuchen klare Signale in Ihrer Körperhaltung wie Stimmlage zu geben und in dem Augenblick schimpfen indem es angebracht ist.
Deshalb um erfolgreich mit ihm zu kommunizieren, müssen Sie denken wie er. Sie müssen ihm das was Sie von ihm erwarten in seiner Sprache mitteilen, dazu gehört das Handeln im Augenblick also im "Jetzt" und das richtige Verstehen und Deuten seiner Körpersprache.

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