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Tierkommunikation

Leider entstand durch unfähige Hundehalter eine große Diskussion im Jahre 2000/2001, bzgl. der Leinen und Maulkorbzwang mancher Hunde, für die es nicht notwendig wäre. Fast jedes Bundesland hat Bestimmungen erlassen, dass so genannte "Listenhunde" oder solche, die eine Gewichts- oder Größengrenze überschreiten, einem Leinen und Maulkorbzwang unterliegen.

Sind Leinen- und Maulkorbzwang sinnvoll?

Die Anordnung, Hunde bestimmter Rassen oder bestimmter Statur einem Leinen- und Maulkorbzwang zu unterwerfen, basiert auf dem Gedanken, die Öffentlichkeit vor eventuellen Gefahren zu schützen. Das ist an sich ein wichtiges und richtiges Anliegen. Doch die Gefährlichkeit eines Hundes lässt sich nicht an den Parametern Rasse oder Größe bestimmen. Vielmehr gibt es unabhängig davon gefährliche Einzeltiere - sie wurden von gewissenlosen und unfähigen Hundehaltern dazu gemacht! Hilft ein Maulkorb, einen Hund freundlicher zu machen? Macht es ihn Menschen und Tieren gegenüber toleranter, wenn er immer an der Leine geführt werden muss - oder ist das Ergebnis eher umgekehrt? Jeder Tierkenner weis, dass so ein Tier, das ständig unterdrückt und in seinem Grundverhalten eingeengt wird rebelliert und Aggressionen entwickelt. Es ist das gleiche wie beim Menschen. Deshalb plädiere ich dafür, dass jeder, der sich ein Tier anschafft, erst mal eine Reifeprüfung nachweisen muss, dass er auch in der Lage ist, ein Tier, (egal welches) artgerecht und zum Wohle des Tieres halten und auch Verantwortung dafür übernehmen kann. Die Hunde werden bestraft, für die Unfähigkeit mancher Menschen. Das kann doch nicht sein!!!!

Was ist für das seelische Wohl des Hundes notwendig?

Hunde haben genau wie wir Menschen Grundbedürfnisse, die von einem Tierfreund recht einfach zu befriedigen sind. Folgendes wäre zu berücksichtigen.

Die Ernährung

Ein Tier muss seiner Art entsprechendes Fressen erhalten und stets ein frisches Wasser zur Verfügung haben, um seinen Körper und Gesundheit zu erhalten. Tischabfälle sollten es nicht sein, denn damit verlieren sie den Überblick einer gesunden Ernährung ihres Hundes.

Körperliche Betätigung

Für den Hund ist es wichtig, dass er sich bewegen und sich auslaufen darf. Die Anforderungen unterscheiden sich von Tier zu Tier je nach Rassezugehörigkeit und individueller Veranlagung. Für einen Hund ist es wichtig, dass er täglich seine "Hundezeitung" lesen darf, in Ruhe schnüffeln und schauen kann, was so alles in seinem Revier los ist. Das ist ein Grundbedürfnis für ihn. Es ist ihm auch ein Bedürfnis, mit seinem Rudelchef gemeinsam ein paar runden zu drehen und mit ihm zu spielen. Hunde möchten mit ihrem Herren gemeinsam was unternehmen und den Spaziergang genießen. Er braucht das Gefühl der Bindung zu seinem Herrchen, dann fühlt er sich gut und glücklich und gibt Ihnen durch seine Lebensfreude und Lebendigkeit vieles wieder zurück. Das in Mode gekommene, dass Hunde hinter Fahrräder herlaufen müssen, ist keine artgerechte Haltung. Fühlen Sie sich in die Situation des Hundes ein: Er hat den Stress, dass er ständig aufpassen muss, dass er sein geliebtes Herrchen nicht verliert, so rennt er was er kann. Das natürliche Verhalten eines Hundes ist, dass er schnuppern will und erkunden will was so alles los ist. Das geht etwas ruhiger und gelassener ab. Sieht er einen andern Hund, den möchte er natürlich begrüßern, das geht aber nicht, denn sein Herrchen ist mit dem Fahrrad weis Gott wo. Er hat auch große und kleine Bedürfnisse, die er nicht einmal in Ruhe verrichten kann, denn sein Herrchen fährt und fährt und der Hund hat zu tun, dass er sein Herrchen nicht aus den Augen verliert. Er ist in so einer Situation ständig im Stress und das natürliche Verhalten des Hundes wird damit ständig ignoriert. Das würde natürlich für den Menschen bedeuten, Rücksicht zu nehmen auf seinen Hund. Die vielen Argumente; meinem Hund macht das nichts aus, er mag das so, ihm fehlt es an nichts, es ist gesund für ihn, denn er ist zu dick usw., ist leider nur "Menschendenken" es hat mit Einfühlungsvermögen dem Hund gegenüber, aus sicht des Hundes nichts zu tun. Das nächste Problem wird sich erst später abzeichnen, denn in Stresssituationen schüttet der Körper Stresshormone aus, z.B. Katecholamine und Cortisol. Diese Hormone zirkulieren dann länger im Blut, das auf den ganzen Körper und Organe entsprechende negative Auswirkung hat und sich erst im laufe seines Lebens auswirkt.

Soziale Kontakte sind Balsam für seine Seele

Hunde sind Rudeltiere, deshalb liebt er es, Kontakte zu knüpfen und sich mit seinen Artgenossen zu unterhalten. Es ist eine Ausnahme, wenn sich ein Vierbeiner als absoluter Einzelgänger erweist. Durch die Domestikation akzeptiert er auch den Menschen als Rudelersatz. Doch die komplexe Auseinandersetzung und Beschäftigung mit Artgenossen kann der Mensch seinem Kameraden nicht ersetzen. Der Kontakt zu anderen Hunden ist unerlässlich, um Verhaltens- und seelischen Problemen vorzubeugen.

Umweltreize

Ein Hund will wissen, was um ihn herum los ist. Dank seiner - im Vergleich zum Menschen sensationell - ausgeprägten Sinne kann er seine Umwelt ganz anders wahrnehmen und erleben. Das Schnuppern am Hinterteil eines Artgenossen verrät ihm so viele Einzelheiten, die wir selbst in einem langen Gespräch mit einem Fremden kaum erfahren. Sie sind aber auf diese Informationen angewiesen, um ihr Gegenüber besser einschätzen zu können.

Erholung

Selbstverständlich braucht ein Hund auch eine Regenerationszeit, um sich zu erholen und auszuruhen und sich wieder fit zu machen für die nächst Runde.

Die Auswirkung eines Maulkorbes

Der Maulkorb hindert den Hund, einen Menschen, einen Artgenossen oder ein anderes Tier zu beißen. Dieses Hilfsmittel bewirkt also einen effektiven Schutz vor tatsächlich gefährlichen Einzeltieren. Allerdings beeinflusst das Tragen des Maulkorbes nicht das Verhalten eines potenziell bösartigen Tiers - es wird dadurch nicht friedlicher, sondern wird nur am Beißen gehindert. Ohne tierpsychologische Behandlung und erzieherisch regulierendes Training wird es sein Leben lang eine Gefahr darstellen. Seine Angriffslust wird sich vermutlich sogar noch steigern, denn der Maulkorb hindert es nicht nur am Beißen, sondern auch an der Befriedigung seiner Grundbedürfnisse und seelischem Wohl.

Futter und Wasser aufnehmen

Zum Fressen und zum Wasser trinken muss der Halter den Maulkorb abnehmen, denn manche Maulkörbe sind so eng, dass dem Vierbeiner das Trinken mit Maulkorb nicht möglich ist. Besonders im Sommer stellt das ein ernsthaftes Risiko dar und Sie sollten darauf besonders achten.

Soziale Kontakte sind dadurch erschwert

Ein ausgiebiges Beschnüffeln des Artgenossen machen die meisten Maulkörbe unmöglich, ein ganz wichtiger Faktor der Kommunikation entfällt damit. Hinzu kommt, dass viele Maulkörbe dem Hund auch die Möglichkeit nehmen, sich durch mimischen Ausdruck mitzuteilen. So entstehen leicht Missverständnisse - der Vierbeiner wird nur noch gereizter.

Umweltreize

Auch das Beriechen der Markierungen am Wegesrand erschweren viele Maulkorbmodelle - dem Hund entgehen wichtige Informationen. So erlebt er seine Umwelt als reizarm, er ist damit unterbeschäftigt und wird vielleicht sogar unausgeglichen. Es besteht die Gefahr, dass das Tier zu übertrieben aggressivem Verhalten neigt.

Auswirkungen auf die Gesundheit und Psyche

Gerade die engen Nylon-Manschetten sind nur zum kurzzeitigen Tragen geeignet. Sie nehmen dem Tier die Möglichkeit zu trinken, das besonders im Sommer problematisch ist. Ein viel größeres Gesundheitsrisiko stellt die Tatsache dar, dass der Vierbeiner damit auch nicht hecheln kann. Da Hunde ihren Wärmehaushalt nicht durch Schwitzen regulieren können, ist das Hecheln lebensnotwendig, um überschüssige Wärme abzugeben. Ist diese Möglichkeit eingeschränkt, kann das Tier einen lebensgefährlichen Hitzschlag erleiden. Viele Maulkörbe sitzen zudem schlecht, so dass Scheuerstellen und nicht selten offene Wunden entstehen. Der Besitzer hat nun die Wahl, dem Hund den vorgeschriebenen Maulkorb trotz der Schmerzen anzulegen - was dem Tierschutzgesetz widerspricht - oder seinen Schützling nicht auszuführen - was ebenso wenig artgerecht ist. Abgesehen von den dauernden Schmerzen, die der Hund leidet, kann er dadurch auch nervös und somit unberechenbar werden.

Was bewirkt die Leine?

Auch die Leine, ist ein sinnvolles Mittel in vielen Momenten und an vielen Orten, sie sollte aber nicht dauerhaft eingesetzt werden, da sie ebenfalls die Grundbedürfnisse des Vierbeiners einschränkt.

Körperliche Beweglichkeit

Eine permanente Leinenführung hindert das Tier, seinen natürlichen Bewegungsdrang auszuleben. Es darf nicht toben, rennen und spielen wie seine natürlichen Empfindungen sind. Ein ständiges Angeleint sein, löst in den meisten Hunden Frustration aus. Sie suchen sich Ersatzbeschäftigungen, meist die Zerstörungswut in der Wohnung, übertriebene Wachsamkeit und ständiges Bellen sind nur einige mögliche Folgen. Der Vierbeiner kann aber auch erhöhte Aggression entwickeln, die ihn mitunter unberechenbar macht und somit ein Problem darstellt.

Sozialkontakte an der Leine

Sind mit Leine kaum möglich, sie stört die sozialen Kontakte auf geradezu fatale Weise. Zum einen hindert sie die Hunde daran, bei Begegnungen ihre Rituale in gewohnter Form zu praktizieren. Da sich die Tiere aber nicht austauschen und ihre Position darstellen können, ist aggressives Verhalten vorprogrammiert. Zum anderen fühlen sich viele Gesellen mit ihrem Herrchen oder Frauchen an der Leine besonders stark und mutig, dadurch können sie sich angriffslustiger zeigen, als sie es in der gleichen Situation ohne Leine wären. Dann gibt es noch die Vierbeiner, die an der Leine ängstlich oder gar panisch reagieren, weil sie einem vermeintlich aggressiven Artgenossen mit Leine nicht ausweichen können. Das erzeugt natürlich wieder Angst und kann wiederum Aggressionen auslösen. So entstehen die sogenannten Angstbeißer.

Umweltreize

Oft sehe ich Hundehalter, die ihren Kameraden an der Leine regelrecht hinter sich herziehen und ihn nicht einmal schnuppern lassen. Diese am Weg hinterlegten Informationen sind aber sehr wichtig für Ihren Hund und gehören zu seiner artgerechten Haltung dazu, dass er seine Wünsche und Bedürfnisse leben darf. Dadurch lösen Sie in Ihrem Hund Frust und seelische Unausgeglichenheit aus, wenn Ihr Hund niemals oder sehr wenig Gelegenheit zum Schnüffeln erhält.

Ein hundegerechtes Leben

Das ständige Tragen eines Maulkorbs oder permanentes An-der-Leine-Gehen sind nicht tierschutzgerecht! Frustration bei Ihrem Hund (und später bei Ihnen) ist die Folge, die sich auch in aggressivem Verhalten entladen kann. Artgerechtes Sozialverhalten lernen Hunde so nicht - selbst, wenn sie das Glück hatten, ein gute Sozialisation zu erfahren, reagieren sie durch den Maulkorb und Leinenzwang sicher bald aggressiv.

Die Verantwortung eines Hundehalters

Gefährliche Hunde werden vom Menschen gemacht, die Verantwortung dafür liegt beim Menschen. Tiere sind grundsätzlich von sich aus nie verhaltensgestört. Aus dem friedlichsten Vierbeiner lässt sich eine Bestie dressieren, wenn der Mensch ihn nur hart genug drillt und quält. Umgekehrt kann ein Tier aus einer Aggressionszucht ein ganz freundliches Kerlchen werden, wenn seine Familie sich der Verantwortung bewusst ist und es nach allen Regeln der Kunst sozialisiert. Auch heute liegt es an uns Haltern, dafür zu sorgen, dass unsere Schützlinge durch einen Maulkorb- und Leinenzwang möglichst keinen seelischen Schaden nehmen. Eine geistige und körperliche Auslastung des Vierbeiners, z. B. im Verein, fordert das Tier und baut sein eventuell angestautes Frustpotenzial ab. Im Verein erlebt unser treuer Freund auch die wichtigen Kontakte zu Artgenossen, die der Leinen- und Maulkorbzwang oft praktisch unmöglich macht.

Leinenzwang muss manchmal sein

Auf Kinderspielplätzen, in der Nähe von Schulen und in der Innenstadt hat ein frei laufender Hund nichts zu suchen. Es sollte für jeden Halter selbstverständlich sein, seinen Vierbeiner dort an die Leine zu nehmen. Unsere dicht besiedelten Städte verlangen es manchmal, den Bewegungsfreiraum des Hundes einzuschränken, um andere und ihn zu schützen. Ein genereller Leinenzwang für bestimmte Hunde ohne den Nachweis ihrer Gefährlichkeit ist aber nicht tierschutzgerecht!

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